Meinungsfreiheit in Zeiten von Corona

LeoHasshoff Juni©2020

Nach dem unsere Regierung die Corona-Einschränkungen gelockert hat, bemerke ich verstärkt, dass die Leute damit nichts anfangen können.

War ich vor Wochen noch der vorsichtigen Einschätzung erlegen, eine Änderung im menschlichen Benehmen könnte sich durchsetzen, so wurde ich nicht enttäuscht. Der Mensch ist und bleibt was er immer war. ( Nachzulesen in meinem Beitrag „Betrachtung der Gesellschaft in Zeiten der Corona-Pandemie“ vom Mai 2020) Eingeschränkt im Denken und Handeln. Wichtig ist für viele in ihrer eigenen kleinen Welt zu leben. Sie gehen auf die Straße um zu demonstrieren für Meinungsfreiheit, für ihre Meinungsfreiheit. Mit keinerlei Rücksicht auf den „Anderen“. Ein ganz schändliches Beispiel, liefert uns eine Pädagogin ab, eine Lehrerin. Ihr Protest besteht aus anschreien eines Polizisten selbstverständlich ohne Maske.(07.06.2020, ZDF) Ihre Parolen sind unverständlich und ohne Zusammenhang zum Demonstrationsgrund. Denn eine Pädagogin, die meine Kinder erzieht und ein Meinungsbildner ist, Sie sollte wissen was Meinungsfreiheit bedeutet.

Meinungsfreiheit, nach § 5 des Grundgesetzes. Auf die Straße gehen und seine Meinung kund tun, auch lautstark, ist Meinungsfreiheit. Einen Mundschutz tragen der mit dem Spruch verziert ist“ Ich bin kein Sklave ! DU?“, ist Meinungsfreiheit. Daran ist jedoch zu erkennen wessen Geistes Kind sie sind. Schlichtweg überfordert und sich nicht darüber im klaren sein was Meinungsfreiheit ist. Meinung, Meinungsfreiheit ist etwas subjektives ich vertrete meine Ansichten, meine Gedanken werden zu meiner Meinung. Eine Meinung zu äußern, darf deshalb nicht schon deshalb beschränkt werden, weil schon das Haben und Äußern dieser Meinung als solches unterbunden werden soll. Dies ist nicht geschehen, also kann wohl nicht von der Einschränkung dieser Freiheit gesprochen werden.

Jede Meinung darf geäußert werden, ist sie auch noch so abstrus, verschroben und wenig gehaltvoll. Die Gedanken sind frei !
In anderen Ländern und auch hier sollten einige dieser Schreihälse ( ich rede nicht von Demonstranten) darüber nachdenken, ist demonstrieren nur unter Lebensgefahr möglich siehe Honkong oder die Türkei.


Meinungsfreiheit zu haben, bedeute auch Verantwortung zu haben. Verantwortung gegenüber seinen Kindern und gegenüber der Gesellschaft in der wir Leben.

Betrachtung der Gesellschaft in Zeiten der Corona-Pandemie

Leo Hasshoff ©2020 Mai

Alle rufen nach Freiheit, jeder fühlt sich bevormundet und in seinen Persönlichkeitsrechten beschnitten. ‚
Einige Teile der Bevölkerung sind der Meinung die Regierung verfährt in dieser Zeit nach Gut dünken.
Hätten diese Leute sich in ihrer einfachen von seichten Vergnügungen geprägtem Leben einmal mit dem Grundgesetz abgegeben, wären sie eventuell in der Lage die Situation anders zu bewerten.

Aber selbst Menschen, in unserer Gesellschaft, die sich als gebildet betrachten streben vehement nach „Ihrem Recht“ , was immer sie darunter auch verstehen wollen. Das sahen wir an den Demonstrationen in Frankfurt, München und Stuttgart.
Die Regierung ist nach Paragraph 11Grundgesetz verpflichtet Gefahren vom Deutschen Volk abzuwenden (Terror, Natur-Katastrophen, Seuchengefahr und bei schweren Unglücksfällen ( Atomkraftwerk). Die zur Zeit geltenden Beschränkungen sind sichtbarer Ausdruck dieser „Fürsorgepflicht“. Darunter fallen auch jene Personen die nicht in der Lage sind die Situation für sich persönlich ein zu schätzen. Der verwöhnte Bürger in seiner Komfort-Welt mit Computer, Auto, warmem Wasser, Geliebter, Lieferdienst, Krankensystem- und Versicherung der sich um nichts mehr kümmern muss, beginnt zu protestieren wenn ihm etwas von seiner Bequemlichkeit weggenommen oder eingeschränkt wird. Wie ein trotziges Kind sucht er sich jemand der Schuld an dieser ganzen Misere hat. Er ist schnell gefunden, meist ist es die Regierung. Gegen etwas sein, dagegen zu brüllen und zu protestieren ist sehr bequem. Es muss nicht gedacht werden, denn auch das ist in unserer Gesellschaft nicht mehr opportun, das machen die Vordenker. Hier im negativen Sinne von etwas Vor-denken, was wir zur Verstärkung Nach-denken sollen. Damit kann nicht davon gesprochen werden, das wir auf Schultern von Riesen stehen, sondern uns in der Dunkel-kammer des Geistes bewegen.


„Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

Wenn heute Kleinkinder-Kleinkinder morden, müssen wir uns nicht wundern das unsere Gesellschaft verroht, ganz gleich wie viele tolle You-Tube-Filme wir von tanzendem Krankenhauspersonal sehen. Der Großteil der Gesellschaft ist selbstsüchtig und krankhaft desinteressiert am Schicksal seines Nachbarn. Georg Picht schreibt 1968:

“ Es scheint mir, das der Versuch der Natur auf dieser Erde ein denkendes Wesen hervorzubringen gescheitert ist. Kein Raubtier erreicht die Stufe der Bestialität, der Ruchlosigkeit und der zynischen oder tückischen Wut, mit der der Mensch im Namen der Zivilisation zu morden, zu vernichten, auszurotten, zu unterdrücken, zu erpressen, zu knechten und auszubeuten versteht. Mann muß an Gott glauben, wenn man den Glauben an die verborgenen Zukunft des Menschengeschlechts nicht verlieren soll. Empirisch lässt sich die Hoffnung nicht mehr begründen, das aus der Schändung von allem, was heilig ist, das aus Niedertracht, Dummheit, Gier, Rohheit und Barbarei noch ein Segen für die Zukunft der Welt hervorgehen kann.“

Ich selbst denke -Nein, ich weiß, es hat sich nichts geändert und es wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern, wenn die Gesellschaft der Menschen es weiterhin es unterlässt Demagogen, Ergomanen und debilen Großmannssüchtigen zu folgen. Die mit geistlosen Parolen unsere Gesellschaft vergiften.
In einer Situation wie die jetzige zeigt sich der Charakter des Menschen, wie Helmut Schmitt einmal bemerkte. Wir müssen erkennen wessen geistig Kind wir sind. Und wir müssen uns die Frage gefallen lassen: Wollen wir das?