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Arabisches Spruchbuch auf Goldgrund mit blauer UmrahmungDeutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig

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Geschäftsmodell für digitale Unikate

17. Mai 2021 von Michael Roesler-Graichen

Der E-Book- und Audio-Distributor Bookwire plant für den Herbst 2021 eine Plattform, auf der digitale Verlagsprodukte mittels sogenannter Non-fungible Tokens als Unikat erworben werden können.

Für Verlage, die auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern sind, bietet sich demnächst vielleicht eine neue, bisher nur von wenigen angedachte Möglichkeit: der Handel mit digitalen Unikaten. Ein Modell, dass es in der Welt physischer Bücher und Kunstgegenstände längst gibt, dass bisher aber nicht in ein digitales Ökosystem übertragen werden könnte.

Der E-Book- und Audio-Distributor Bookwire plant für den Herbst 2021 eine Lösung, die genau dies möglich machen soll: eine Plattform, auf der digitale Verlagsprodukte mittels sogenannter Non-fungible Tokens als Unikat erworben werden können. Der nicht ersetzbare, einmalig erzeugte Token stellt dem Produkt – beispielsweise einer exklusiven Audio-Aufnahme – ein Zertifikat aus, mit dem Käufer das Eigentum an dem Produkt erwirbt. Er kann darüber dann auch später verfügen, wenn er den Token (und damit das Werk) weiterverkaufen will.

Der Non-fungible Token, oder kurz: NFT, wird durch die Blockchain-Technologie erzeugt. Dabei werden Datensätze durch kryptographische Verfahren so miteinander verkettet, dass am Ende ein singulärer Code erzeugt wird, der den Token unlösbar mit dem digitalen Unikat verknüpft und auf diese Weise das Eigentum des Erwerbers an dem Produkt authentifiziert – ähnlich so, wie wenn im „realen“ Leben das Eigentum an einer Immobilie durch die Eintragung ins Grundbuch beglaubigt wird.

Die Transaktion, die durch die Generierung des NFT vollzogen wird, kennt nur zwei Beteiligte: den Anbieter und den Erwerber. Einen Intermediär wie eine Bank oder einen Händler benötigt man nicht – sieht man einmal von der NFT-Plattform ab, die die Transaktion ermöglicht und an den Umsätzen beteiligt sein wird.

Geschäftsführer und Bookwire-Mitgründer John Ruhrmann sieht in der NFT-Technologie die Chance für eine ganz neue Wertschöpfungskette: „Im Gegensatz zur E-Book-Distribution werden nicht nur Leserechte oder Kopien einer Master-Datei verkauft, sondern digitale Werke, die vor (unerlaubter) Vervielfältigung geschützt sind und die man weiterveräußern kann. Tendenziell könnte so ein ‚digitaler‘ Wiederverkauf begründet werden.“

Lukrativ dürfte für die Verlage sein, dass bei den NFT-Geschäften ganz andere Preise aufgerufen werden können – für eine exklusiv erworbene Kurzgeschichte von Stephen King etwa 50.000 Dollar, für in Kleinserie (50 bis 100 „Abzüge“) eingespielte Lesungen von Romanen pro Exemplar 100 Euro, für ein persönliches Vorwort des Autors vielleicht 200 Euro (alles Fantasiepreise!).

„Mit dem Verkauf könnten auch weitergehende Rechte verknüpft werden, zum Beispiel das Recht, ein digital erworbenes Buch auch auszudrucken“, fügt Ruhrmann hinzu. „Gleichzeitig könnten sich auch Verlage oder Autor*innen ihr Stück am Kuchen sichern, indem sie beispielsweise im Ursprungsvertrag hinterlegen, dass sie am Weiterverkauf eines digitalen Werks mit einem bestimmten Prozentsatz beteiligt werden.“ Ruhrmann spricht hier von „smart contracts“, die dies ermöglichen könnten.

In der Anfangsphase will Bookwire erste NFTs probeweise anbieten und Verlage von dem neuen Geschäftsmodell überzeugen. Ziel soll der Einstieg der Buchbranche in die „Token-Ökonomie“ sein, die bereits in der bildenden Kunst eine Rolle spielt. Erst jüngst konnte die Crypto-Art-Szene ihren ersten Durchbruch vermelden: mit der Versteigerung eines digitalen Kunstwerks (vom Künstler Beeple) für 69 Millionen Dollar. Auch in diesem Fall wurde die Echtheit des Werks durch eine NFT-Transaktion zertifiziert.